KI-Kompetenz

Artikel 4 EU AI Act: Was Unternehmen zur KI-Kompetenz wissen müssen

Was Artikel 4 nach der Änderung 2026 konkret verlangt und wie Unternehmen passende Kompetenzmaßnahmen nachweisbar organisieren.

Aktualisiert am 28. August 20268 Min. Lesezeit
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Artikel 4 des EU AI Act richtet sich an Anbieter und Betreiber von KI-Systemen. Seit 2. Februar 2025 müssen sie Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten und weiterer Personen treffen, die in ihrem Auftrag KI bedienen oder nutzen. Seit der Änderung im Juli 2026 ist klargestellt: Es geht um angemessene, kontextbezogene Maßnahmen, nicht um einen garantierten einheitlichen Wissensstand jeder Person.

Wen betrifft Artikel 4?

Betroffen sind Anbieter und Betreiber von KI-Systemen. Betreiber ist ein Unternehmen bereits dann, wenn es ein KI-System unter eigener Verantwortung beruflich einsetzt. Das kann eine spezialisierte Fachanwendung sein, aber auch ein allgemeiner Text-, Übersetzungs- oder Bildassistent.

Die Maßnahmen beziehen sich nicht nur auf fest angestellte Mitarbeitende. Auch externe Personen können erfasst sein, wenn sie im Auftrag des Unternehmens KI-Systeme bedienen oder nutzen. Entscheidend sind Rolle und tatsächlicher Einsatz.

  • Mitarbeitende, die KI-Werkzeuge im Alltag verwenden
  • Führungskräfte, die KI-Ergebnisse freigeben oder Entscheidungen verantworten
  • IT-, Datenschutz-, HR- und Compliance-Verantwortliche
  • Externe Dienstleister, soweit sie KI im Auftrag des Unternehmens einsetzen

Was bedeutet KI-Kompetenz in der Praxis?

KI-Kompetenz umfasst mehr als die Bedienung eines Prompts. Nutzer sollten die grundlegende Funktionsweise, typische Fehler, Datenschutz- und Sicherheitsrisiken sowie die Grenzen menschlicher Kontrolle verstehen. Welche Tiefe nötig ist, hängt vom konkreten Einsatz ab.

Wer einen Textassistenten für interne Entwürfe nutzt, benötigt andere Kenntnisse als eine Person, die ein KI-System in Personalprozessen, Qualitätskontrolle oder Kundenkommunikation einsetzt. Die Europäische Kommission betont deshalb einen risikobasierten Ansatz ohne Einheitsprogramm.

Was hat sich 2026 geändert?

Die im Juli 2026 in Kraft getretene Änderung hält an der Pflicht fest, Maßnahmen zur Unterstützung von KI-Kompetenz zu treffen. Sie verlangt jedoch nicht, dass jedes Unternehmen bei jeder einzelnen Person ein bestimmtes oder ausdrücklich ausreichendes Kompetenzniveau garantiert.

Das reduziert starre Nachweiserwartungen, beseitigt die Pflicht aber nicht. Unternehmen müssen weiterhin plausibel zeigen können, dass ihre Maßnahmen zu Wissen, Erfahrung, Rolle, Einsatzkontext und Risiken passen.

Braucht jedes Unternehmen eine formale Schulung?

Ein bestimmtes Schulungsformat ist nicht vorgeschrieben. Je nach Risiko können E-Learning, Workshops, Richtlinien, kurze Unterweisungen, Praxisübungen oder Kombinationen daraus geeignet sein. Reines Verteilen einer Bedienungsanleitung kann insbesondere bei risikoreichen Einsätzen zu wenig sein.

Auch ein Zertifikat ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Ein Teilnahme- oder Abschlussnachweis kann dennoch nützlich sein, weil er Datum, Inhalt und beteiligte Personen nachvollziehbar dokumentiert.

So dokumentieren Unternehmen ihre Maßnahmen

Die Kommission erlaubt ausdrücklich interne Aufzeichnungen über Schulungen und andere Kompetenzinitiativen. Eine schlanke Dokumentation ist meist wirksamer als ein großer Ordner ohne Bezug zur Praxis.

  • Liste der eingesetzten KI-Systeme und verantwortlichen Rollen
  • Zielgruppen und vorhandene Vorkenntnisse
  • Schulungsinhalte, Datum, Version und Teilnehmende
  • Ergebnisse von Wissenskontrollen oder Praxisübungen
  • Auslöser und Termin für Aktualisierung oder Auffrischung

Häufige Fragen

Seit wann gilt Artikel 4 EU AI Act?

Die Vorgaben zur KI-Kompetenz gelten seit 2. Februar 2025. Die Durchsetzung erfolgt durch die zuständigen nationalen Marktüberwachungsbehörden.

Ist ein KI-Zertifikat Pflicht?

Nein. Artikel 4 schreibt weder ein bestimmtes Zertifikat noch einen bestimmten Kurs vor. Dokumentierte Schulungsnachweise können die Umsetzung aber nachvollziehbar machen.

Muss ein AI Officer benannt werden?

Nein. Artikel 4 schreibt keinen AI Officer und keine bestimmte Governance-Struktur vor. Klare interne Zuständigkeiten sind trotzdem sinnvoll.

Offizielle Quellen und Stand

Stand: 28. August 2026. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.

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